Über diese Webseite

# Zweck, Inhalt, Technik

# Impressum

Aktuell

▼ Neues Tarifmodel bei VMOBIL

Mit 1. Juni tritt ein neues Tarifmodell für den ÖPNV in Vorarlberg in Kraft. Statt der Dominos gibt es in dann drei Zonen: LOKAL, REGIO, MAXIMO. Die Gültigkeutsdauer ist eine, zwei oder 24 Stunden. Es gibt Monatskarten, die Wochenkarte gibt es nicht mehr. Die Jahreskarten gibt es in der Verssion LOKAL oder MAXIMO. Der Preis für die MAXIMO Jahreskarte ändert sich zunächst nicht. € 446,- / 314,-. Die Karte für Jugend/Eco und neu für Senioren ab 75 wird mit € 229,- etwas billiger. Jahreskarten rechnen sich bereits ab ein bis zwei regelmäßigen Fahrten pro Woche.

Mehr erfahren sie hier: VMOBIL

▼ Spritpreise

Die Abhängikeit von den fossilen Brennstoffen macht wieder einmal Probleme. Die Preise für Benzin und Diesel sind zu hoch. Die Regierung soll was tun! Was man erst jetzt hört (zuletzt vom ÖMV Chef): Man könnte auch weniger Auto fahren, man könnte langsamer (80 statt 100, 100 statt 130) fahren. Tempo 100 statt 130 spart 23% Treibstoff und CO2-Emissionen. Für ganz Österreich bedeutet das laut Umweltbundesamt 460.000 Tonnen CO2 oder 180 Millionen Liter Treibstoff. Siehe dazu: Einfluß der Geschwindigkeit auf die Emissionen oder den "Maßnahmenbericht für eine sozial- und klimaverträgliche Mobilitätswende" rep0928.pdf

Die älteren von uns können sich an die Energiekrise im Jahr 1973/1974 erinnern. Österreich hat vorübergehend einen autofreien Tag und eine Temporeduktion auf Autobahnen verordnet -> Haus der Geschichte. Im Filmarchiv findet man einen amüsanten, sehenswerten Film dazu: Austria Wochenschau 5/1974/. Im Februar wurden Energieferien (heute die Semesterferien) eingeführt, um an den Schulen Öl zu sparen. Der Auslöser war auch damals ein Krieg. Ägypten und Syrien greifen am 6. Oktober 1973 Israel an, um die seit 6 Jahren von Israel besetzten Gebiete nach dem 6-Tage Krieg zurück zu erobern.
1973 gab es in Österreich ca. 1,6 Millionen PKW's, 214 auf 1000 Einwohner. Heute sind es ca. 5,4 Millionen, 580 auf 1000 Einwohner. Haben wir was dazu gelernt?

► Katholische Kirche Vorarlbergs auf der falschen Straße

▼ Stromverbrauch und Aufbringung

Woher kommt heute der Strom, den wir in Österreich verbrauchen? Die Antwort findet man hier.

Die Bilanz für Dezember 2025. Bei den Importen und Exporten gibt die Farbe die CO2-Intensität der Produktion an.

Bild

Fakten und Argumente

Eine Sammlung von Argumenten (neuere zuerst) für die dringend notwendige Mobilitäts- und Energiewende. Aber auch die durch unsere Lebensweise entstandene Klimakrise und die Gerechtigkeit ist ein Thema. Eigentlich wäre klar, was zu tun ist, was richtig wäre. An vielen Orten machen wir auch einiges richtig. Aber es ist noch immer viel zu wenig. Zuletzt haben auch in Österreich die THG Emissionen wieder zugenommen.

► Vorweg

► Stadttunnel: UVP Verfahren für den "Optimierter Bauablauf für Vollinbetriebnahme 2030"

Der Bauablauf für den Bau des Stadttunnel soll geändert (optimiert) werden. Die Änderungen sind:

  • Änderung der Vortriebsrichtung des Haupttunnels Tosters
  • Änderung der Vortriebsrichtung des Erkundungsstollen / Fluchtstollen Tosters
  • Änderung der Massenverfuhr des Haupttunnels Tosters (E-LKW statt Bahnverfuhr)
  • Änderung der Massenverfuhr des Fluchtstollens Tosters (E-LKW statt Diesel-LKW)
  • Adaptierung der Betriebsstation Tosters
  • Entfall einer nicht mehr erforderlichen temporären Gewässerschutzanlage inkl. Sammelbecken
  • Verzicht auf dingliche Rechte / Reduktion dinglicher Rechte
  • Änderung der Fundierung: Errichtung einer Bohrpfahlwand statt einer Ankerwand

Dazu braucht es ein weiteres UVP Verfahren. Derweil darf nach dem altem Konzept weiter gebaut werden. Auf der Webseite zu diesem Bauprojekt findet man den bisherigen UVP Bescheid aus dem Jahre 2015, weitere Dokumente und die Einreichunterlagen zu den Veränderungen: Downloads

Wir haben die Presseaussendung zur Feier des Tunnelanstichs mit deren Versprechungen zur Entlastung der Menschen einem Faktencheck unterworfen und dazu die Dokumente zum neuerlichen UVP Verfahren studiert.

Verkehrszahlen

Im "Technischen Bericht Verkehr" findet man eine überarbeiteten Verkehrsprognose für das Jahr 2030. Da soll dann der Vollausbau mit allen Tunnelästen in Betrieb gehen.

Ein paar Zahlen aus dem Bericht:

Bild

Tabelle: Prognose Verkehrszahlen im Jahre 2030 ohne und mit dem Stadttunnel Bärenkreuzung und Umgebung

Im Verkehrsmodell rechnen die Verkehrsingenieure (VI) nur mit einem geringen Wachstum gegenüber dem Referenzjahr 2010. Das ist nachvollziehbar, wenn man sich als Beispiel die Verkehrszahlen auf der A14 über diesen Zeitraum anschaut:

Bild

Verkehrsprognosen sind mittlerweile also schwierig. Die VI rechnen im Nullplanfall (d.h. es wird kein Tunnel gebaut) auf der A14 im Ambergtunnel mit 35.500 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 2030 (siehe die Seite 20 ihres Berichtes). Man sieht im Diagramm auch, wo wir 2030 wären, wenn der Trend bis 2019 weiter angehalten hätte. Gestoppt hat diesen Trend nicht die Mobilitätswende sondern ein Virus und zuletzt das eingebrochene Wirtschaftswachstum.

Ihre Berechnungen zeigen aber auch, wie Straßenbauten den Verkehr insgesamt erhöhen. Baut man keinen Tunnel, dann passieren im Jahre 2030 die Bärenkreuzung täglich 38.360 Fahrzeuge. Mit dem Tunnel sind es dann 29.785 Fz, eine Reduktion von 22%. Zusätzlich passieren dann aber täglich 21.625 Fz den Kreisel im Tunnel. Um abzuschätzen, wie sich der Verkehrsdruck auf das Stadtgebiet insgesamt ändert, kann man die Zahlen aus dem Verkehrsmodell an den Zufahrtsstraßen betrachten.

Bild

Zu- Abfahrten FeldkirchNullplanVollausbau
L53 Gisingen Illstraße8.6308.880
Gisingen Hämmerlestraße6.3506.450
L190 Richtung Rankweil21.65020.550
L190 Richtung Frastanz20.87023.420
L191a Tisis Grenze10.44011.790
L61 Hub Grenze1.600 1.700
Summe69.54072.790

Das wäre eine Zunahme des Verkehrs um 5%.

Schalltechnischer Bericht

In den Dokumenten zur Schalltechnik findet man Berechnungen zur Lärmbelastung. Für 276 Orte in Feldkirch hat man den durch den Straßenverkehr verursachten Schallpegel nach einem reichlich komplizierten Verfahren berechnet. Einmal für den Nullplanfall, d.h. ohne Stadttunnel und einmal für den Betriebsfall, d.h. nach der Inbetriebnahme des Tunnels im Vollausbau. Der Straßenverkehr ist die Hauptursache für Lärmbelastung. Für stark befahrende Straßen gibt es berechnete Lärmkarten, die man z.B. im VOGIS oder auf der Webseite laerminfo.at abrufen kann.

Bild: Lärmkarte Feldkirch

Auf laerminfo.at findet man jede Menge an Informationen zum Thema Lärm. Sogar einen Lärmrechner, mit dem man Straßenverkehrslärm in Abhängigket von typischen Parametern berechnen kann. Die WHO definiert für den Tag und die Nacht Pegel, ab denen mit gesunheitsschädlichen Folgen gerechnet werden muss. Diese Grenzwerte sind für die Nacht 45 dB und für den Tag 55 dB. Für Österreich sind Werte definiert, ab denen ein Aktionsplan greifen soll, um die Belastung zu reduzieren. Für den Straßenverkehr sind das Lden = 60 dB und LNight = 50 dB. Im UVP Dokument findet man die Werte LDay, LEvening und LNight für 276 Orte an Straßen in Feldkirch, die für das Projekt relevant sind.
Day (d) ist der Zeitraum 6:00 bis 19:00
Evening (e) ist der Zeitraum 19:00 bis 22:00
Night (n) ist der Zeitraum 22:00 bis 6:00
Lden ist ein aus den Werten Ld, Le und Ln berechneter gewichteter Mittelwert.
Wir haben diesen Wert aus den Zahlenwerten in den UVP-Dokumenten berechnet und in zwei Graphiken dargestellt.

Die erste Graphik zeigt die Verteilung der 276 für verschiedenen Orte berechneten Pegel für die Situation ohne und mit Tunnel.

Bild: Verteilung der Pegel

Praktisch alle Wert liegen weit über den WHO Grenzwerten, aber auch über den Werten 60 und 50 dB für Tag und Nacht laut dem Aktionsplan (auch die Bezeichnung Dienstanweisung findet man dafür). Die höchsten Werte gelten für 5 Orte an der Autobahn. Aber auch an den Landesstraßen gibt es Werte bis 88,1 dB.

Die zweite Graphik zeigt die Veränderungen durch die Inbetriebnahme des Tunnels. Da sind wir weit entfernt von der versprochenen Zunahme der Lebensqualität. Änderungen von ±1 dB werden kaum wahrgenommen, ±3 dB entsprechen zwar einer Verdoppelung bzw. Halbierung der Intensität, aber erst ±10 dB werden als doppelt so laut oder leise registriert.

Bild: Änderungen im Pegel

Für 57% der Berechnungspunkte liegt die Änderunge im Bereich von ± 0,25 dB (das merkt man nicht), an 21% der Orte wird es um weniger als 2,5 dB leiser, für 17% wir es lauter. Die wirklich "spürbare" Entlastung von einem Fünftel der Feldkircher Bevölkerung können wir aus diesen Zahlen nicht herauslesen.

Hier noch eine Audio-MP3-Datei mit rosa Rauschen. Nach jeweils 5 Sekunden wird der Pegel um 1 dB erhöht. Am Ende ist er also um 3 dB höher als zu Beginn:

Das ist dann die zusammenfassende Beurteilung des Schalltechnischen Berichtes:

ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG

Für die Betriebsphase kann auf Basis der aktualisierten verkehrlichen Grundlagen festgestellt werden, dass, wie auch im genehmigten Vorhaben, das Limit von 50 dB für den Nachtzeitraum bei allen relevanten Straßenzügen bereits im Bestandsnetz überschritten wird. Als relevante Straßenzüge gelten jene, die in den betrachteten Immissionspunkten im Planfall Vollausbau 2030 einen Lnight von> 50,0 dB hervorrufen und gegenüber dem Nullplanfall 2030 eine vorhabensbedingte Immissionserhöhung von ∆L > 1,0 dB (Irrelevanzkriterium) aufweisen.
Die zusätzliche Belastung durch Straßenlärm durch den geplanten Neubau des Stadttunnels Feldkirch wird mit der Umsetzung der vorgeschlagenen aktiven und passiven Lärmschutzmaßnahmen als zumutbar angesehen. Die Auswirkungen des Projekts sind insgesamt und unter Anbetracht der nicht unbeträchtlichen positiven Wirkung in vielen Teilbereichen des Gesamtuntersuchungsbereiches als eine deutliche Verbesserung einzustufen.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass die offzielle Mehrheit von der Wichtigkeit und den "Segnungen" dieses Projektes überzeugt sind, aber mit den harten Fakten der Graphiken oben stimmt das nicht überein. Das nennt man Schönfärberei. Hat man nicht nach dem Bau des Ambergtunnels, des Schattenburgtunnels, des Tostner Tunnels dasselbe geglaubt?
Zusammenfassend betrachtet ist das Vorhaben Stadttunnel Feldkirch gemäß bei Einhaltung der vorgesehenen Maßnahmen, in Betriebsphase aus der fachlichen Sicht des Fachbereichs Schalltechnik als umweltverträglich zu bezeichnen. Es ergibt sich durch die Projektänderungen keine Änderung dieser Bewertung.

Gut, dass es UVP Verfahren gibt, der Aufwand ist groß, aber sie haben auch etwas von einer Show, von der man weiß, wie sie ausgeht. Ein Feigenblatt, das die Kernthemen verdeckt und nicht behandelt. Sie passen nicht in die Zeit der Klimakrise und zu dem Fußabdruck, den wir mittlerweile hinterlassen. Während dieser Text verfasst wird, warnen wieder Wissenschaftler, das Klimasystem sei an einer kritischen Schwelle zu einer drohenden Heißzeit (DerStandard). Richtigerweise wird der Artikel dem Wirtschaftsteil der Zeitung zugeordnet. Den Originalartikel findet man über diesen Link: https://www.sciencedirect.com

Im Grunde sind heute alle Beton-Großbauten nicht umweltverträglich. Die UVP-Verfahren sind aus diesem Blickwinkel fragwürdig, am Ende wird das Projekt mit ein paar sinnvollen Auflagen genehmigt.

Richtig wäre, den Menschen einfach zu sagen, dass mehr nicht mehr geht und wir den Verkehr durch Verzicht bzw. "Vermeiden - Verlagern - Verbessern" reduzieren müssen. Dabei wäre eine Halbierung das richtige und notwendige Maß. Unser derzeitiges Verkehrssystem ist teuer, unökologisch und ungesund.
Laut Pendlerstatistik pendeln täglich aus dem Walgau 1800 Personen ins Ausland, wohl fat 100% davon nach Liechtenstein/Schweiz. Das sind vermutlich 1500 Fz je Tag. Die Südeinfahrt Bahn hat man verworfen. Es gibt nur eine durchgehende Regionalzug-Bahnverbindung von Budenz nach Buchs (ab 6:46 Fahrzeit 45 min). Die wenigen Züge der S2 nach Buchs sind in Feldkirch schlecht auf die S1 abgestimmt (15 bzw. 20 Minuten Umsteigezeit). Es gibt noch immer keinen Tarifverbund für die Buslinien. Trotz einem guten ÖPNV Angebot stellt sich für wichtige Pendlerstrecken die Frage "Willst du oder musst du mit dem eigenen Auto fahren?"

D.h. hier werden mit hunderten Millionen Euro die Weichen noch immer falsch gestellt.

Vergleichen Sie diese Überlegungen gerne mit dem Marketing für das Projekt auf der Webseite zum Stadttunnel. Dort werden auch Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr versprochen. Tatsächlich denken Gemeinden und die Verkehrsverbünde über eine Reduktion des Angebotes nach, weil die Gemeinden den Abgang nicht mehr finanzieren können. Konkret verfolgt die Stadt Feldkirch das Ziel, die Gesamtkosten im Bereich Stadtbus künftig um 10% zu senken.

▲ Close

► Mobilität neu denken

► Güterverkehr und alpenquerender Verkehr

► Klimaziele und Verkehr

► Der Stadttunnel und die Fehler der Raumplanung

► Energie- und THG- Monitorbericht 2025 mit den Daten des Jahres 2023

► Emissionen des Verkehrs in Vorarlberg und der Zielwert für 2030

► Die fatalen Schwächen der Entscheidungsprozesse und der UVP-Verfahren

► Kosten des Verkehrs

► Klimagerechtigkeit

► Argumente aus der Sicht der Energieautonomie+ und der Klimaziele

► THG Emissionen beim Bau der Infrastruktur (Tunnelbau)

► Energieverbrauch und Emissionen der Verkehrsmittel

► Energiesparpotential im Verkehr

► Energieautonomie - ohne Reduktion des Verkehrs und Verbrauchs nicht vorstellbar

► Nationaler Energie und Klimaplan

► Für Klimawandel Skeptiker

Wer sind wir?

Karlheinz Zeiner ist als Physiker ein fakten- und wissenschaftsorientierter Mensch. Nach dem Besuch der HTL (Elektrotechnik) hat er an der TU Wien Technische Physik studiert und mit einem Thema aus der Röntgenphysik promoviert. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Fragen der Mobilität, dem Energieverbrauch und dem Klimawandel. Er ist in Klaus Gemeindevertreter, ist Delegierter im Verkehrsverbund Oberes Rheintal und hat eine Ausbildung zum regionalen Fußgängerbeauftragten.

Seit er auch Enkelkinder hat, deren Lebenserwartung bei den Bedingungen der letzten Jahrzehnte bis ins Jahr 2100 reichen würde, fühlt er sich noch mehr verpflichtet, sich für eine "enkeltaugliche Zukunft" einzusetzen.

Mag. Hubert Feurstein ist Theologe, Bioenergetischer Analytiker, Wanderführer, Pilgerbegleiter und Autor des Buches "PILGERN", Ibera Verlag

Und wir vertreten mehr als 1000 Unterzeichner:innen einer Petition, die von der Politik den Stopp von weiteren Straßenbauprojekten und eine echte Wende in der Mobilität fordern.

Kontakt:Bild MailKontakt(Bitte abtippen!)

Newsletter: Für eine An- oder Abmeldung schicken sie uns eine Mail an den obigen Kontakt.

► Partner, Netzwerk, Links

Beachte auch das Dokument LinkSammlung.pdf mit einer Sammlung von Quellen.