Mobilitätswende - JETZT ist Teil eines Bündnisses in Vorarlberg, das sich für mehr Klimaschutz engagiert und gegen Straßenbauprojekte demonstriert und argumentiert. Begonnen haben wir mit einer Petition an die Vorarlberger Landesregierung. Auf der Webseite finden Sie Informationen zur Klimakrise, zu den Themen Energie und Mobilität, Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Verweise auf ausgewählte Berichte in Zeitungen und Online-Medien. Die Beiträge sind chronologisch geordnet, neuere Beiträge zuerst.

Und wenn Sie sich wundern: Die Seite verwendet keine Cookies und erspart Ihnen damit diese lästige Information und Frage beim Besuch dieser Webseite. Sie sendet auch keine Daten an Unternehmen.

Impressum

Argumente

Inhalt

Aktive Mobilität als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr

THG Emissionen beim Bau der Infrastruktur

Energieverbrauch und Emissionen der Verkehrsmittel

Externe Kosten des Verkehrs

Planungs-Region Rheintal

Treibstoffpreise - Mehrwertsteuerrückvergütung

Jahresrückblick 2023 - Temperatur

Energieautonomie+ 2030

Energiesparpotential im Verkehr

Energieautonomie - ohne Reduktion des Verkehrs und Verbrauchs nicht vorstellbar

Für Klimawandel Skeptiker

Briefe an die Bürgermeister*Innen und Landtagsabgeordneten

Nationaler Energie und Klimaplan

Personen - Wer wir sind

Partner und Links

Aktive Mobilität als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr

Am 16. Mai war K. Zeiner Teilnehmer einer Online-Veranstaltung des VCÖ. Die Vorträge haben gezeigt, dass die Attraktivität eines ÖPNV Systems von vielen Faktoren abhängt. Dass es nicht genügt, das Angebot an Linien auszubauen, zeigt der bisher mäßige Erfolg des neuen Linien- und Fahrplankonzeptes im Oberen Rheintal. Zusätzlich sind attraktive Wege zu attraktiven Haltestellen ein wichtiger Faktor. Und wir müssen endlich als Push-Faktor eine konsequente Parkraumbewirtschaftung einführen.

Die Vorträge und Vortragsfolien sind hier frei zugänglich, der VCÖ schreibt den Teilnehmern:

Auf der VCÖ-Website stehen die Präsentationen sowie die Videomitschnitte der sechs Vorträge als Download zur Verfügung. Wenn auch Sie so wie wir die Vorträge und Diskussion sehr informativ und inspirierend empfunden haben, dann machen Sie bitte auch Ihr Umfeld darauf aufmerksam.

THG Emissionen beim Bau der Infrastruktur (Tunnelbau)

Großes Erstaunen löst ein Blick in die erste Version der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) zum Projekt Stadtunnel Feldkirch aus dem Jahr 2013 aus. Insbesondere das Kapitel 4.3 Klima und Energiekonzept auf den Seiten 31 bis 32. In einer vorwissenschaftlichen Arbeit würde das nicht durchgehen. Nicht bzw. schwer verständlich, keine Quellenangaben, manipulative Zahlenangaben. Zum Energieaufwand und den THG Emissionen beim Bau findet man eigentlich keine Angaben, das verlangt ein UVP-Verfahren bis heute erstaulicherweise nicht.

Recherchen zu diesem Thema sind zeitaufwendig. K. Zeiner hat versucht, aus einer Reihe von Publikationen ein paar Zahlenwerte heraus zu filtern. In der sehr umfangreichen Arbeit "Ökologische Betrachtungen zur Nachhaltigkeit von Tunnelbauwerken der Verkehrsinfrastruktur" von Julia Sauer findet man auf Seite 155 als Planungsgrundlage für den Bau eines Tunnels mit einer lichten Breite von 9.5 m Werte von 0,15 bis 0,2 t-Co2eq pro m³ Ausbruchsvolumen. Mit einem Volumen von 386.000 m³ (aus der UV Erklärung) ergibt das Emissionen von 58 kt bis 77 kt, wobei der obere Wert wahrscheinlicher ist. Zum Vergleich: Die THG Emissionen aus dem Verkehr in Vorarlberg sind ca. 900 kt/Jahr. Jetzt kommt bei Straßentunnels dazu, dass durch deren Bau die Emissionen aus dem Verkehr nicht kleiner werden. Die UVE für den Stadttunnel beziffert das: "Dadurch erhöhen sich die verkehrsbedingten CO2-Emissionen gegenüber den Nullplanfällen um 221 t/a für 2020 (Teilausbau) und um 1.263 t/a für 2025 (Vollausbau)." Wie UVP-Verfahren zu einem positiven Bescheid kommen, zeigt drastisch die Schlussargumentation eines Gutachters im Beschwerdeverfahren: "Da der Anteil lokaler CO2-Emissionen an der globalen Emission klimarelevanter Gase verschwindend gering ist, können konkrete Auswirkungen lokaler Emissionen eines Straßenbau-vorhabens auf die lokalen oder globalen Klimaverhältnisse ausgeschlossen werden." Mit anderen Worten "Da mein Beitrag zum Steueraufkommen der Republik verschwindend klein ist, kann ich meine Zahlungen einstellen."

Noch etwas zeigen die Recherchen: Selbst Infrastrukturprojekte für die Bahn führen während der Bauphase zu THG Emissionen, die sich erst nach Jahrzehnten durch Einsparungen im Betrieb wieder kompensieren. In der Arbeit "Ganzheitliche Betrachtung der Kosten von Verkehrssystemen" kommen die Autoren zum Schluss, dass z.B. für eine Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke sich die Emissionen, welche dem Bau zuzurechnen sind im mittleren bis oberen zweistelligen Grammbereich pro Pkm niederschlagen. Bei 3 Mio. t Emissionen für die 175 km lange Strecke und nach 500 Mio. Fahrgästen ergeben sich immer noch 34 g/Pkm.

Wir sind also in einem Dilemma, das mit neuer Infrastruktur nicht mehr lösbar ist, weil wir die Weichen viel zu spät gestellt haben. Es bleibt in erster Linie Effizienz und Verzicht. Würden wir die vielen kurzen Wege in die Bäckerei, ins Geschäft, in die Arbeit usw. zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, mit mehr als einer Person unsere Autos benützen, mehrere Besorgungen in einer Fahrt erledigen, wir hätten in wenigen Jahren in Vorarlberg statt 220 000 Autos nur noch 100.000 Autos. Tun wir das! Dann brauchen wir keine neuen Straßen!

Zum Weiterlesen empfehlen wir zumindest das "Kapitel 7 - Bewertung des Status quo, Potentiale und politische Steuerung" der bereits zitierten Arbeit GANZHEITLICHE ÖKOLOGISCHE BILANZIERUNG VON VERKEHRSSYSTEMEN.

Inhaltsverzeichnis

Energieverbrauch und Emissionen der Verkehrsmittel

Das Umweltbundesamt veröffentlicht Zahlen zu den Emissionen der unterschiedlichen Verkehrsmittel:

https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/mobilitaet/mobilitaetsdaten/emissionsfaktoren-verkehrsmittel

Angegeben werden für die gängigen Fahrzeugkategorien, direkte Emissionen, gesamte Emissionen, Verbrauchswerte und mittlere Jahresfahrleistungen. Die gesamten Emissionen enthalten auch die herstellungsbedingten Emissionen, nicht aber die Emissionen aus der Herstellung der Infrastruktur. Hier eine Zusammenfassung des Verbrauchs und der gesamten Emissionen in CO2eq in g pro PersonenKilometer (Pkm) oder für Güter (LKW) in TonnenKilometer (Tkm). Ein Beitrag zum Thema "Sagt uns die Wahrheit". Die Werte unterscheiden sich doch deutlich von den Werten aus den Prospekten für neue Autos, aber die 0 g/km für die E-Autos stimmen nicht einmal ohne die produktionsbedingten Emissionen. Die EU ringt gerade um Auflagen zur Werbung mit der Öko-Bilanz.

Fahrzeugtyp Energieverbrauch in kWh/Pkm oder kWh/Tkm Emissionen
in g/Pkm oder g/Tkm
spez. Verbrauch KEA
PKW Durchschnitt Benzin, Diesel 0,58 0,85
219
PKW Batterie-Elektrisch, österreichischer Strommix 0,18 0,53 87
Linienbus, Diesel 0,16 0,20 51
Reisebus, Diesel 0,16 0,20 54
Bahn 0,08 0,10 13
Inlandsflug 1,29 1,45 729
Flugzeug, Mittelstrecke 0,68 0,76 384
Flugzeug, Langstrecke 0,58 0,65 501
Durchschnitt LKW > 3.5 t 0,27 0,33 89

Elektrobus: Eine Studie aus der Schweiz gibt für einen 18 m Bus mit Dieselmotor die Emissionen je Fzkm mit 1,625 kg an, für einen Bus mit Elektroantrieb (Depotlader) und dem Strommix der Schweiz mit 0,617 kg (d.s. 38% bezogen auf den Dieselbus) an.

KEA .... kumulierter Energieaufwand: Der kumulierte Energieaufwand setzt sich aus der direkten, für den Antrieb benötigten, Energie bzw. aus den vorgelagerten Energieeinsätzen der Fahrzeugherstellung, der Energiebereitstellung etc. zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Externe Kosten des Verkehrs

Das sind jene Kosten des Verkehrs, die nicht vom Verkehrsteilnehmer selber bezahlt werden. Mittlerweile gibt es mehrere Untersuchungen und Berechnungen dieser Kosten. Sie werden von der Allgemeinheit oder zukünftigen Generationen getragen. Eine lange Tradition hat die Publizierung dieser Kosten in der Schweiz:

https://www.are.admin.ch/kosten-nutzen

Auch der VCÖ hat zuletzt wieder in der Schriftenreihe "mobilität mit zukunft" in der Ausgabe 2022-2 Berechnungen für Österreich veröffentlicht. Die Daten decken sich weitgehend mit der folgenden Studie, eine Publikation der Europäischen Kommission: "Handbook on the external costs of transport", zuletzt in der Version 2019 - 1.1. https://cedelft.eu/publications/handbook-on-the-external-costs-of-transport-version-2019/

BildLaut diesen Studien summieren sich die externen Kosten des Straßenverkehrs für Österreich auf ca. 18 Milliarden Euro pro Jahr. Der VCÖ verwendet die gleiche Quelle, die Zahlen stimmen fast überein, beim Lärm gibt der VCÖ 1,3 statt 0,8 Mrd. € an, für die  Schweiz gibt die EU Studio sogar 2,6 Mrd. € Lärmkosten an.

Es gibt auch Zahlen für den Bahn- Schiffs- und Flugverkehr, aufgeschlüsselt auf unterschiedliche Fahrzeugtypen.

Die Studien geben dann für die verschiedenen Fahrzeugtypen, z.B. beim Personenverkehr für den PKW, den Bus, die Bahn, das Fahrrad oder den Fußgänger auch die Kosten pro Pkm (Personenkilometer) und/oder Fzkm (Fahrzeugkilometer) an.

Die Schweiz rechnet für das Fahrrad und den Fußgänger auch mit einem Gesundheitsnutzen. Interessant, dass nur beim Fußgänger der Gesundheitsnutzen die Unfallkosten übersteigt.

Karlheinz Zeiner hat vor mehr als 20 Jahren solche Zahlenwerte in einem Mobilitätsrechner verwendet, der noch immer verfügbar ist. Er verwendet nicht exakt die Kategorien aus dem Diagramm hier, z.B. fehlen in der aktuellen Version die Staukosten.

Eine Besonderheit dieses Rechners sind die Cooper-Punkte, die für die aktive Mobilität berechnet werden. Cooper war "Betriebsarzt" von Testpiloten und Astronauten und hat das Buch "Bewegungstraining" geschrieben. Kurzfassung: Um gesund und fit zu bleiben, soll man pro Woche 30 Cooper-Punkte sammeln.

Mobilitätsrechner

Inhaltsverzeichnis

Planungs-Region Rheintal - Bodensee oder wie sich Fehler wiederholen

Keine Gespräche zu neuer S18-Variante

Österreich und die Schweiz haben bisher nicht über die Variante „Lustenau-Süd“ der S18 verhandelt. Diese war von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) im Vorjahr als Alternative zur CP-Variante präsentiert worden. Man warte weiter auf Planungsergebnisse der ASFINAG, heißt es. Diese führt derzeit „vertiefende Untersuchungen“ durch.

Das ist am 19. Februar auf den Nachrichtenseiten von ORF Vorarlberg zu lesen.

Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal"

Dieses nicht gemeinsame Planen bzw. vielmehr die mangelnde Umsetzung hat Tradition. Bei unseren Recherchen stoßen wir z.B. auf folgende Schlagzeile aus dem Jahr 2000: Österreich steigt aus Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal" aus

Quelle : https://www.cipra.org/de/news/1308

Aus dem Kündigungsschreiben: Es seien "keine wesentlichen Zusatzerkenntnisse für konkrete politische Entscheidungen" zu erwarten. Die Fragestellung der Studie sei "eindimensional auf Umweltgesichtspunkte" konzentriert.

Man hat sich also um die Jahrtausendwende intensiv mit umweltverträglichen Verkehrslösungen für das Rheintal beschäftigt. Ein Projekt war die Alpenrheinbahn, eine Anbindung der Schweiz / Liechtenstein an das europäische Hochleistungsbahnnetz. Teil dieser Planungen war eine Bahntrasse als Südumfahrung von Feldkirch. Das könnte, hätte man damals mit etwas Mut die richtigen Entscheidungen getroffen, heute alles fertig sein. Jetzt dauert eine Bahnfahrt für die ca. 250 km von Feldkirch nach Stuttgart noch immer zwischen 3:15 und 4 Stunden mit 2-3 Mal umsteigen. Zürich erreicht man immerhin mit der Bahn im besten Fall nach 1:36 Stunden.

Quellen dazu:

Studie nachhaltiger Verkehr im oberen Rheintal  (Synthesbericht 2002)

BODAN-Rail (2001, eine von mehreren Quellen)

Dazu eine Zusammenfassung einer Studie von Paul Stopper: Schienengebundener öffentlicher Verkehr im Oberen Rheintal

Zusammenarbeit

Es gab und gibt aber auch eine Menge Beispiele von Zusammenarbeit. Hier einige Verweise auf Organisationen und Projekte in der Region Rheintal. Und derzeit tut sich in Sachen Langsamverkehr da tatsächlich etwas.

  • Vision Rheintal - Ein Projekt der Landesregierung bis ins Jahr 2017
  • Regionale Entwicklung und Zusammenarbeit - Das Nachfolgeprojekt
  • CIPRA - Internationale Alpenschutzkomission, eine NGO, gegründet 1952
  • Agglomeration Rheintal - Verein, Mitglieder sind der Kanton St.Gallen, das Land Vorarlberg sowie 12 St.Galler und 11 Vorarlberger Gemeinden.
  • ARE - Schweizer Bundesamt für Raumentwicklung, nach Dokumenten zum Rheintahl kann man über diesen Link suchen:  https://www.are.admin.ch/are/de/home/suche.html#Rheintal
  • Kanton St. Gallen - Hier findet man unter Bauen -> Tiefbau -> Veröffentlichungen - Strategiepapiere eine Netzstrategie Raum DHAMK (DipoldsauHohenemsAltachMäderKriessern)

    Dabei geht es um eine Verbindungen der beiden Autobahnen A13 und A14 in der Höhe von Dipoldsau. Ein weiteres Straßenbauprojekt, über das man in Vorarlberg von offizieller Seite derzeit nichts hört.
    Eine Abbildung aus dem Strategiepaper DHAMK:
    Bild

Inhaltsverzeichnis

Treibstoffpreise - Mehrwertsteuerrückvergütung

Das aktuelle Ziel ist, bis 2040 die THG Emissionen auf Netto Null reduzieren. Fast alle (Experten) sind sich einig, nur mit Technologie wird sich das nicht ausgehen. Laut dem aktuellen Energiebericht des Landes mit den Zahlen von 2021 ist in Vorarlberg der Anteil des Verkehrs an den Emissionen (43% mit KEX) und am Energieverbrauch (20% ohne KEX) besonders hoch.

Anmerkungen:
KEX .... Kraftstoffexporte
Die nationalen Treibhausgas-Emissionen müssen gemäß internationaler und europäischer Vereinbarungen auf Basis der nationalen Kraftstoffverkäufe berechnet werden.

46% (1.704 GWh Energie) der getankten Treibstoffe (3.737 GWh) sind Kraftstoffexporte, das ist Treibstoff, den ausländische Fahrzeuge in Vorarlberg tanken. Im PKW-Bereich nennt man das Tanktourismus. Das liegt natürlich an den Treibstoffpreisen. In Österreich kostet der Liter Treibstoff (Mittelwert Benzin, Diesel mit Stand Februar 2024) 1,63 €, in der Schweiz 1,99 € und in Deutschland € 1,73 €. These: Hätten wir in Vorarlberg nicht zusätzlich zu den niedrigeren Preisen nicht auch noch den deutlich niedrigeren Treibstoffpreis als in der Schweiz und die Mehrwertsteuerrückvergütung, so würde sich der grenzüberschreitende Verkehr um 10 - 20% reduzieren. Das ist ca. der Effekt, der sich durch den Bau des Stadttunnels kurzfristig an der Bärenkreuzung ergibt. Statt hier was zu tun, will die ÖVP geführte Landesregierung um hunderte Millionen Euro den Stadttunnel und um 1,5 Milliarden die CP-Variante der S18. Österreich schaut da lieber auf die Einnahmen aus der Mineralölsteuer und das Geschäft der Einkaufszentren und riskiert mit dem Verfehlen der Ziele Strafzahlungen. Solche Überlegungen triggern natürlich viele Gegenargumente - nur - es herrscht Klimanotstand, jedes Zehntel Grad mehr kostet weltweit Millionen Menschen die Existenz bzw. das Leben. Und es gilt Zitat Helga Kromp-Kolb: Jeder Beitrag zählt, wir sind Teil der Lösung!

Inhaltsverzeichnis

Jahresrückblick 2023 - Temperatur

Die aktuelle rote Karte für unsere bisherigen Anstrengungen, der Temperaturerhöhung entgegenzuwirken:

Bild

Quelle: Jahresrückblick Geosphere Austria (ZAMG)

Österreich: 2023 war das wärmste Jahr in der bisherigen 256-jährigen Messgeschichte, gleichauf mit dem Jahr 2018.

Vorarlberg: Die mittlere Jahrestemperatur war in Feldkirch 11,6 °, das ist um 0,1° mehr als der bisherige Rekord mit 11,5° im Jahr 2018, in Bregenz war es mit 11,8° um 0,2° wärmer als der bisherige Rekord in den Jahren 2018 und 2022. Für Feldkirch gibt es Zahlen seit 1876. Der Mittelwert in den Jahren 1876 bis 1950 war 8,0°.

Daten: ZAMG, Histalp; Diagramm: Zeiner

Weltweit: 2023 das wärmste Jahr, vermutlich seit 100 000 Jahren! Mit 1.48°C über dem Schnitt der vorindustriellen Zeit kratzt dieser Rekord an der 1.5° Grenze. Es wird ernst und höchste Zeit für mehr Maßnahmen. Nochmals: Wir sind damit schon 2023 bei jenen Werten, die man für die Zeit ab 2070 in den Szenarien für Vorarlberg vermutet hat.

Inhaltsverzeichnis

Energieautonomie+ 2030

Auf der Webseite des Landes findet man die jährlichen Energiemonitorberichte, eine gute Arbeit der Landesangestellten. Die letzten Berichte enthalten drei Dokumente, aktuell mit dem Datenstand des Jahres 2021:

  • Energiebericht 2023 in Textform
  • Energiebericht 2023 in einer Excel-Datei (nicht ganz leicht zu lesen)
  • Energieflußdiagramm (von drexel reduziert, laut Dateinamen mit den Daten von 2020)

Zählt man laut dem Energieflußdiagramm die Daten für das Aufkommen, also den Primärenergiebedarf zusammen, so ergibt sich: Wir benötigen im Jahr 12.647 GWh Primärenergie, importieren davon 8.290 GWh, 4.357 kWh stammen aus inländischer Erzeugung. D.h. nur 35% der Energie können wir selber aufbringen. Das sind biogene Brennstoffe, Solarwärme, Umgebungswärme, PV und Wasserkraft. Also noch ein weiter Weg zur Energieautonomie. Wir meinen, ohne Reduktion und Verzicht wird sich das nicht ausgehen. Im Tank der Autos landen 1.735 GWh, davon wiederum sind 1.215 GWh (70%) reine Verluste der Verbrennungsmotoren. Zu den 1.735 GWh, die in unseren Tanks landen kommen noch 1.920 GWh (!!!) Kraftstoffexporte dazu. Die Entscheidung wird also sein müssen, im Winter in der warmen Wohnung oder im warmen Auto zu sitzen.

Herkunft des in Österreich verbrauchten Stromes am 8. Jänner 2023 um 15:00

Quelle: https://app.electricitymaps.com/zone/AT

Die Reserven für Mehrverbrauch (E-Auto laden, Wärmepumpe) findet man in erster Linie beim Erdgas.
Das auch als Beitrag zum Thema: "Sagt uns die Wahrheit!", denn wer recherchiert schon solche Daten. 

Inhaltsverzeichnis

Energiesparpotential im Verkehr

Das VCÖ Magazin (Ausgabe 2023/03) hat den Titel "Großes Energiesparpotential im Verkehr nutzen". Die wesentlichen Aussagen in Kurzform:

Vermeiden – verlagern – verbessern heißen die obersten Prinzipien für eine erfolgreiche Energiewende im Verkehrssektor. Dort, wo weder Vermeidung noch Verlagerung möglich sind, zählen Effizienz und Ressourcenschonung.

  • Vermeiden bringt Lebensqualität
  • Verlagern auf nachhaltige Mobilitätsangebote
    • Jede 10. Autofahrt ist in Gehdistanz
    • 4 von 10 Autofahrten sind kürzer als 5 km
    • Gegenüber dem PKW sinkt mit dem Bus der Gesamtenergieaufwand um 76%, mit der Bahn um 88%.
      Bild
      Graphik: VCÖ
  • Fahrverhalten und Technologie
    • Tempo 100 benötigt gegenüber Tempo 130 23% weniger Kraftstoff. Beim E-Auto erhöht Tempo 100 die Reichweite um 40%.
    • Mit einem Verbrenner kommt man mit 100 kWh Energie 151 km, mit dem Elektroauto 476 km.

Mehr...

Inhaltsverzeichnis

Energieautonomie - ohne Reduktion des Verkehrs und Verbrauchs nicht vorstellbar

Beitrag von  Karlheinz Zeiner

Immer wieder lese ich Publikationen und Statistiken und stoße dabei auf Zahlenwerte, die mich in der Meinung bestätigen, dass der Plan der Energieautonomie in absehbarer Zeit ohne Schrumpfung nicht realisierbar ist. Aus dem Energiebericht 2022 mit den Zahlen von 2021: Der Primärenergieverbrauch Österreichs war 1.692 PJ (PetaJoule). Davon wurden 1.184 PJ (70% importiert).

Bild

Quelle: https://www.bmk.gv.at/themen/energie/publikationen/zahlen.html

Der Endverbrauch war 1.134 PJ, davon 351 PJ (31%) für den Verkehr. In einem Haushalt mit ein oder zwei PKW's landet der größte Teil der Energie im Tank des Autos: Typischer Stromverbrauch (ohne Warmwasser, Heizung): 1.500 kWh, Heizung: 80 kWh/m²a * 80 m² = 6.400 kWh, Warmwasser: 1.750 kWh, ein Auto: 11.000 km * 7 Liter/100 km * 9 kWh / Liter = 7.000 kWh.

Verzichten wir tatsächlich auf fossile Quellen, dann muss fast die gesamte Energie als elektrische Energie aus PV und Windrändern kommen. Ja, man kann dann mit Wärmepumpen einen Teil der Energie aus der Umgebung holen und E-Autos fahren, aber es wird sich nicht ausgehen. Der zusätzliche Strom für die Wärmepumpen und die E-Autos wird ohne Reduktion noch lange schmutziger Strom sein. Schon jetzt müssen wir auch im Sommer immer wieder Strom aus Gaskraftwerken ins Netz einspeisen:

Datenquelle: https://energy-charts.info Aufbereitung und Diagramm: K. Zeiner

Im Winter ist dann der Anteil des Stroms aus Gaskraftwerken, um die Last abzudecken ca. 25% (2 GW von 8 GW).

Und jetzt sollten wir zusätzlich immer mehr Batterien der E-Autos laden und Wärmepumpen betreiben. Wie soll das funktionieren?

Reden wir über

  • Wärmedämmung
  • Wärmepumpen
  • Nahwärme aus Biomasse (die halt auch begrenzt ist)
  • 2-3° weniger Raumtemperatur oder unbeheizte Schlafzimmer

Aber reden wir auch über den Irrsinn, 1.000 bis 2.500 kg in Bewegung zu versetzen, um im Schnitt knapp mehr als eine Person zu transportieren.

Deshalb brauchen wir die Mobilitätswende und für diese Wende dürfen wir keine neuen Straßen bauen. Mobilitätswende heißt: Weniger Auto fahren, mehr zu Fuß gehen, Rad fahren und den ÖPNV ausbauen.

Nachtrag

Am 11. Sept. war ich bei strahlendem Sonnenschein in NÖ als Wanderer unterwegs, vorbei an stillstehenden Windrädern. Ein nachträglicher Blick in die Daten der Stromproduktion hat bestätigt, was ich vermutet habe:

Quelle: energy-charts.info

Das ist die Situation bei Flaute, 1.440 MW aus PV-Anlagen, 2.663 MW aus Laufwasser bei guter Wasserführung der Donau: Fast 700 MW aus Gaskraftwerken, 610 MW aus dem Ausland und nur 88 MW (2,5%) von 3.586 MW installierter Leistung (Ende 2022) aus Windkraft.

Inhaltsverzeichnis

Für Klimawandel Skeptiker

Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die entweder die Gefahr im Verzug nicht sehen oder meinen, der Klimawandel hätte mit den jährlich 35 Milliarden Tonnen CO2, die wir in die Luft jagen, nichts zu tun. Denn würde das stimmen, könnten wir tatsächlich nichts tun und damit weiter unsere Wege mit 2 Tonnen Fahrzeugen für einen zu transportierenden Menschen zurücklegen. Karlheinz Zeiner hat ein Dokument zusammengestellt, das Skeptiker überzeugen soll und hofft, dass schon die erste Version brauchbar ist. Eine Lektüre, die er auch den Bürgermeister*innen und Landtagsabgeordneten empfiehlt. Klimawandel.pdf

Inhaltsverzeichnis

Briefe an die Bürgermeister*Innen und Landtagsabgeordneten

Gemeinsam mit weiteren Initiativen und Organisationen haben wir im Juli 2023 einen Brief an die Bürgermeister*Innen und die Landtagsabgeordneten verschickt. Die Themen: Umlegung der Kosten für die Tunnelspinne auf die Gemeinden, Forderung nach Kostenwahrheit und Transparenz, Hinweis auf ein ebenfalls sehr umstrittenes Projekt in der Schweizer Nachbarschaft Rapperswil-Jona. Einladung, sich unseren Argumenten zu stellen.

BriefJuli23

Auch fast 2 Wochen nach unserer Nachricht an die BürgermeisterInnen und die Landtagsabgeordneten hat nur ein Bürgermeister und nur ein Abgeordneter geantwortet.

Ein zweiter Brief an die Bürgermeister:innen und Gemeindevertreter:innen

BriefSeptember23

hat etwas mehr Resonanz gefunden. Es scheint aber auch gängige Praxis zu sein solche Schreiben, nicht an die Gemeindevertreter:innen weiter zu leiten oder in einer GV-Sitzung darüber zu berichten. Eine uns bekannte Ausnahme ist Meiningen.

Da fragt man sich, warum? Rund um das Mittelmeer brennt die Welt, Tausende müssen evakuiert werden. Kein Problem? Wir bauen weiter Straßen, erweitern Einkaufszentren am Stadtrand. Will die Politik wirklich einfach aussitzen, verdrängen, was auf uns zukommt? Einen Ansatz einer Antwort finde ich hier:

Akzeptanz und Schockstarre

Eine immer noch kleine, aber wachsende Gruppe von Menschen tut einen Schritt, den der Philosoph Thomas Metzinger als „sich intellektuell redlich machen“ bezeichnet, und sieht der Bedrohung ins Auge. Doch die Aussicht, von einem heißgelaufenen Spätkapitalismus der eigenen Lebensgrundlagen beraubt zu werden, geht selbstverständlich nicht spurlos an der Gemütsverfassung vorbei. Sie ist zunächst so überwältigend, dass sie in Schockstarre verfallen lässt. Im schlimmsten Fall sorgt sie für langanhaltende Ohnmachtsgefühle, für Fatalismus und Depressionen. Im besten Fall gelingt es, das Unbehagen in eine Triebfeder des Handelns zu verwandeln. In einem Tweet vom 11. Mai diesen Jahres schreibt Carla Hinrichs, die Pressesprecherin der Letzten Generation, wie sie vor Gericht dem Richter erzählt habe, „wovor ich Angst habe.“ Man erinnere sich auch an Greta Thunbergs bereits 2019 geäußerten Wunsch, dass die Entscheiderinnen und Entscheider dieser Welt „in Panik geraten“. Hinrichs und Thunberg sind mit ihrer Angst nicht allein: Eine 2021 veröffentlichte Studie zum Thema Klimaangst unter Jugendlichen und jungen Menschen kommt zu dem Ergebnis, dass 45% von ihnen durch ihre Angst im täglichen Leben beeinträchtigt sind.

Weiter lesen hier: https://www.philomag.de/artikel/klima-der-angst

Ich kenne mittlerweile einige Aktivist*innen aus den Bewegungen XREBELLION und LETZTE GENERATION. Das sind kluge, sehr sympatische Menschen. Menschen, die sich "intellektuell redlich machen", Menschen, die berechtigt Angst haben, weil sie die Bedrohung sehen. Zu viele unserer Politiker bezeichnen sie als Chaoten und oder Terroristen, weil sie selber es nicht schaffen, sich "intellektuell redlich zu machen". Das ist nicht gut für unsere Demokratie und für unsere Zukunft.

Inhaltsverzeichnis

Nationaler Energie und Klimaplan

Die aktuellen Energie- und Klimaziele der EU verlangen

  • eine Reduktion der Treibhausgase (außerhalb des Emissionshandels) bis 2030 um 48% gegenüber 2005
  • der Anteil an erneuerbarer Energie (Bruttoenergieverbrauch) soll bis 2030 auf 45% steigen (RED III)

Bis Juni 2024 müssen nun die EU-Staaten den Plan einreichen, mit dem sie diese Ziele erreichen wollen (das ist der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP). Ein Entwurf dieses Plans liegt vor. Bis zum 30. August können schriftliche Stellungnahmen zum Entwurf eingebracht werden. Die Einladung richtet sich an Interessensverbände, Ministerien, Bundesländer, politische Parteien, die Wissenschaft und für Organisationen der Zivilgesellschaft. Wir werden innerhalb unseres Bündnisses besprechen, ob wir eine Stellungnahme einreichen sollen. Mehr Informationen hier:

https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/klimaschutz/nat_klimapolitik/energie_klimaplan.html

Eine Zusammenfassung:

2005 hat Österreich insgesamt 92,6 Mio. t CO2eq emittiert. Davon sind 35,8 Mio. t CO2eq dem Emissionshandel zuzuordnen, ohne diesen Anteil sind es 56,8 Mio. t CO2eq. D.h. bis 2030 soll dieser Wert um 48% auf 29,5 t verringert werden.

 Bild

Mit den schon beschlossenen Maßnahmen (WEM .. With Existing Measures, mit beschlossenen Maßnahmen) erreichen wir bis 2030 laut Prognose eine Reduktion von 27%, es fehlen also 21%.

Mit zusätzlichen Maßnahmen (WAM .. With Additional Measures) erreichen wir laut Prognose eine Reduktion von 35%, es fehlen also 13%. Mehr zu den Maßnahmen findet man hier:

Aufgeteilt auf die Sektoren:

Bild

Quelle: Umweltbundesamt

Die Maßnahmen für den Verkehr:

  • Umsetzung REDIII
  • Steigerung der Effizienz von Kfz & Forcierung Elektromobilität
  • Steuerung der Kraftstoffpreise
  • Aktive Mobilität und Mobilitätsmanagement
  • Ausweitung und Attraktivierung Öffentlicher Verkehr
  • Güterverkehr: Verkehrsverlagerung (auf die Schiene); Ökologisierung der LKW-Maut

Wir zweifeln im Bereich Verkehr aus guten Gründen an diesen Prognosen.

In einer kürzlich veröffentlichten internationalen Studie zur empirischen Bewertung von Maßnahmen im Verkehrsbereich hinsichtlich deren tatsächlicher Wirkung zur Reduktion von THG- Emissionen zeigte sich für Österreich, dass in den letzten Jahrzehnten kein struktureller Bruch bzw. Rückgang erfolgt ist. Laut den Studienautoren konnte Österreich keine echte THG-Reduktion erreichen, weil die Effekte der von Österreich gesetzten Maßnahmen durch gegenläufig wirkende Trends mehr als kompensiert wurden.

Inhaltsverzeichnis

Wer sind wir?

Karlheinz Zeiner ist Jahrgang 1953, Techniker und Naturwissenschaftler, also ein fakten- und wissenschaftsorientierter Mensch. Er hat an der TU Wien promoviert und beschäftigt sich seit Jahren immer mehr mit Fragen der Mobilität, Energie und dem Klimawandel. Er ist in Klaus im Gemeindevorstand und Delegierter im Verkehrsverbund Oberes Rheintal.

Seit er auch Enkelkinder hat, deren Lebenserwartung bei den Bedingungen der letzten Jahrzehnte bis ins Jahr 2100 reichen würde, fühlt er sich noch mehr verpflichtet, sich für eine "enkeltaugliche Zukunft" einzusetzen.

Mag. Hubert Feurstein hat Religion und Ethik unterrichtet und ist Mitbegründer von ConsolNow, dem "Verein Konsumenten Solidarität Jetzt".

Kontakt:Bild(Bitte abtippen!)

Inhaltsverzeichnis

Fakten/Informationen zur Mobilität und zum Klimawandel

Climate Change Center Austria klimaszenarien.at
IPPC Weltklima Uhr
VCÖ  

Partner / Initiativen

Alpenschutzverein Naturschutzbund
Autofasten Initiative stattTunnel
Fridays for Future S4F Scientists For Future
extinction rebellion Die Letzte Generation
Konsumenten-Solidarität Großelterngeneration für Enkelkindergeneration
radlobby Verkehrswende JETZT
KlimaVOR! Lebensraum Zukunft Lustenau